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Leiharbeit als Perspektive

Hintergrund

Perspektive Leiharbeit?

Behauptet wird:

Vor allem für Arbeitslose und Geringqualifizierte sei Leiharbeit eine Perspektive, um am regulären Arbeitsmarkt wieder Fuß fassen zu können.

 

Richtig ist:

Nach einer Studie des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit werden nur etwa 15 Prozent der verliehenen Arbeitskräfte in den Entleihbetrieben übernommen. Lediglich drei Prozent der Beschäftigten in Leiharbeit verfügen über keinen allgemeinen Schulabschluss.

Wie aus der obigen Darstellung der Hans-Böckler-Stiftung deutlich wird, befinden sich Leiharbeitskräfte vor und nach ihrer Beschäftigung bei einem Verleihunternehmen häufig in einer ähnlichen Situation. Die Darstellung untermauert die Studie der Bundesagentur für Arbeit. Lediglich 15 Prozent konnten sich über eine Festanstellung nach einer Beschäftigung als Leiharbeitskraft freuen.

 

Jeder dritte Arbeitslose, der 2007 einen Job gefunden hat, wurde in Leiharbeit angestellt. Dieser Umstand weist auf das immense Wachstum dieser Branche hin, die sich innerhalb einer Dekade um 250 Prozent gesteigert hat. Die Arbeitgeber zeigen dieses große Interesse an dem Wirtschaftszweig nicht, weil sie neue festangestellte Beschäftigte suchen. Nein – sie sind allein an den niedrigen Lohnkosten und der so genannten Flexibilität der Leiharbeiter interessiert.  Häufig werden die Arbeitskräfte nach Auslaufen der Überlassungszeit wieder entlassen und müssen sich erneut arbeitslos melden. Hinzu kommt, dass Leiharbeit keineswegs eine besondere Perspektive für Arbeitslose ist. Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes waren vier Fünftel der Neueinstellungen in Leiharbeit bereits ein Jahr zuvor woanders beschäftigt.

Dass besonders Geringqualifizierte in Leiharbeit angestellt werden, entspricht ebenso nicht der Realität. Vor allem Personen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung werden in Leiharbeit eingesetzt.