FDP will konzerninterne Leiharbeit verbieten

FDP will konzerninterne Leiharbeit verbieten

Die FDP will den Missbrauch von Leiharbeit verhindern, ohne ihren Einsatz zu „erschweren“. Gegenüber der Wirtschaftswoche hat der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Johannes Vogel, ein Verbot konzerninterner Leiharbeit vorgeschlagen. Einen Mindestlohn für die Branche lehnt er jedoch ab.

In der Debatte über neue Regeln für den Verleih von Arbeitskräften hat sich die FDP offen für kleine Korrekturen an den bestehenden Gesetzen gezeigt. Gegenüber der Wirtschaftswoche sagte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Johannes Vogel: „Wir müssen dafür sorgen, Missbrauch der Zeitarbeit zu verhindern“. Sofern die Tarifpartner dieses Problem nicht über einen Tarifvertrag lösen würden, sei er für „ein klares Verbot der konzerninternen Überlassung“.

Für eine gesetzliche Begrenzung von Leiharbeit oder ein Recht auf gleiche Entlohnung für Leiharbeitnehmer ist die FDP derzeit noch nicht zu gewinnen. Das machte Vogels Parteifreund Heinrich Kolb Anfang des Jahres deutlich. Missbrauch müsse verhindert werden, „ohne die Zeitarbeit generell zu erschweren“, betonte der sozialpolitische Sprecher der FDP-Bundesfraktion.


Johannes Vogel: „Keine Notwendigkeit“ für Mindestlohn

Auch den von den Gewerkschaften und den Oppositionsparteien im Bundestag geforderten Mindestlohn in der Leiharbeitsbranche lehnen die Liberalen weiterhin ab. Es bestehe „keine Notwendigkeit“, für gesetzlich bestimmte Lohnuntergrenzen, so Vogel. Schließlich seien die Arbeitgeber bereits zu 100 Prozent tarifgebunden.

Doch tarifgebunden sind nur deutsche Arbeitgeber. Für ausländische Leiharbeitsfirmen, die ihre Arbeitskräfte ab 2011 auch in Deutschland uneingeschränkt einsetzen dürfen, gelten nur gesetzlich verankerte Mindestlöhne. Die Gewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und die Arbeitgeberverbände der Leiharbeitsbranche wollen daher ihre zuletzt abgeschlossenen Mindestlohn-Tarifverträge für allgemeinverbindlich erklären lassen. Einer solchen Regelung müsste jedoch auch die FDP zustimmen.



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