SPD-Chef Gabriel setzt klares Zeichen für Equal Pay

4.1.2012 | Debatte um Leiharbeit

SPD-Chef Gabriel setzt klares Zeichen für Equal Pay

© SPD

 

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat sich klar für Equal Pay per Gesetz ausgesprochen. Einen Risikozuschlag von 10 Prozent, wie er in Frankreich gezahlt werden muss, bezeichnete er als „kluge Regelung“. Die Lufthansa räumt derweil ein, künftig auch beim Boardpersonal auf Leiharbeitnehmer einsetzen zu wollen.

Der Vorsitzende der Sozialdemokraten in Deutschland, Sigmar Gabriel, hat den Gewerkschaften in den Verhandlungen über eine tarifliche Equal Pay-Regelung den Rücken gestärkt. „Wir brauchen ein Gesetz, das gleichen Lohn für gleiche Arbeit garantiert“, wird der SPD-Chef in der Tageszeitung Die Welt zitiert.

Die Risikozulage von zehn Prozent, die in Frankreich auf den gleichen Lohn gezahlt werden muss, sei eine „kluge Regelung“, erklärte Gabriel in diesem Zusammenhang. Sie biete Arbeitgebern den nötigen Anreiz, Stammbeschäftigung nicht länger in Leiharbeitsverhältnisse umzuwandeln.

Von den Gewerkschaften wurden Gabriels Äußerungen positiv aufgenommen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di nannte sie ein „wichtiges Signal für die Auseinandersetzung in der Leiharbeit um Equal Pay“. Ein Zuschlag nach französischem Vorbild wäre „die optimale Lösung, um die vereinbarten Tariflöhne zu schützen“, wird ein ver.di-Sprecher in der Welt zitiert.

 

Lufthansa fliegt bald mit geliehenem Boardpersonal


Die Verbände der Leiharbeitgeber erklärten theatralisch, eine solche Prämie bedeute für die Branche das Ende. Man könne Deutschland und Frankreich nicht miteinander vergleichen.

Anders als französische müssten deutsche Leiharbeitsunternehmen ihre Beschäftigten auch zwischen den Einsätzen weiterbeschäftigen und bezahlen, führteThomas Bäumer vom Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) an.

Auch deutsche Leiharbeitsunternehmen haben jedoch das Recht, ihre Beschäftigten nur für die Dauer eines Einsatzes einzustellen und mit der Abmeldung im Einsatzbetrieb zu entlassen. In der letzten Krise machten sie in großem Umfang davon Gebrauch. Fast ein Drittel aller Leiharbeitnehmer wurden gekündigt.

Unterdessen breitet sich Leiharbeit ungehindert aus und zur Verdrängung von Stammbeschäftigten genutzt. Das deutsche Traditionsunternehmen Lufthansa hatte beim Boardpersonal bis jetzt auf den Einsatz von Leiharbeitnehmern verzichtet.

Nun sollen rund 200 Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern, die am neuen Berliner Flughafen stationiert werden sollen, von der Firma Aviation Power ausgeliehen werden. Nach eigener Aussage will die Lufthansa durch die geringere Entlohnung Kosten sparen.



ÜBERSICHT