Metallarbeitgeber wollen mit Leiharbeit Kosten drosseln

12.01.2012 | Tarifrunde 2012: IG Metall fordert Branchenzuschlag für Leiharbeiter

Metallarbeitgeber wollen mit Leiharbeit Kosten drosseln

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Der Arbeitgeberverband Hessenmetall reagiert auf die Forderungen der IG Metall nach tariflichen Branchenzuschlägen für Leiharbeitnehmer. Die Unternehmen wollten weiter mit Leiharbeit „Kosten drosseln können“. In München haben SPD, DGB und ver.di ein kommunales Projekt zur Eindämmung von Leiharbeit und anderen prekären Beschäftigungsarten gegründet.

Die hessischen Unternehmen der Metall und Elektroindustrie wollen auf Leiharbeit nicht verzichten. Das machte der Arbeitgeberverband Hessenmetall vor der heutigen Fortsetzung der Vorgespräche Tarifrunde 2012 deutlich. Damit reagieren die Arbeitgeber auf die Forderung der IG Metall, Leiharbeit wie auch Befristungen künftig tariflich zu begrenzen.

Die Unternehmen „wollen Flexibilitätspuffer wie Zeitarbeit und Befristung nutzen, aber auch Kosten drosseln können“, teilte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Volker Fasbender, mit. Wirtschaftliche Not ist keineswegs der Grund für diese Strategie. Letzten Zahlen zufolge verzeichneten die hessischen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie im Oktober ein Umsatzplus von knapp zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Armin Schild, Bezirksleiter der IG Metall für Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen hatte vor einigen Tagen erklärt, in der Tarifrunde 2012 wolle die IG Metall die „unbefristete Übernahme aller Azubis“ und einen „Branchenzuschlag und betriebsbezogene Lohnzuschläge für Leiharbeitnehmer“ durchsetzen. Mit einer solchen Regelung wolle man „erreichen, dass Leiharbeit begrenzt und fair bezahlt wird“.

 

Projekt „Gute Arbeit in München“ soll Leiharbeit verringern


Ähnliche Ziele verfolgt das neue Projekt “Gute Arbeit in München”, das diese Tage von der SPD, die den Oberbürgermeister stellt, dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ins Leben gerufen wurde. Auch in der wohlhabenden bayrischen Landeshauptstadt nimmt prekäre Beschäftigung zu.

Die Arbeitslosigkeit ist mit 3,8 Prozent zwar verhältnismäßig niedrig. Doch das Leben in der bayerischen Landeshauptstadt ist teuer. Viele Beschäftigte müssen einen Zweitjob annehmen, um über die Runden zu kommen.

Im Rahmen des Projektes soll München nun als erste Kommune Deutschlands den DGB-Index “Gute Arbeit” erheben. Für die Auswertung werden rund 1000 Arbeitnehmer aus allen Branchen, Einkommensgruppen und Beschäftigungsverhältnissen zu ihren Arbeitserfahrungen befragt. Ziel ist es, die Zahl der Leiharbeitnehmer zu verringern und reguläre Beschäftigungsverhältnisse zu fördern.



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