Hartz IV-Reform: Regierung und Opposition verhandeln über Equal Pay

11.1.2011 | Hartz IV-Reform

Regierung und Opposition verhandeln über Equal Pay

Plenarsitzung im Bundesrat

Die Verhandlungen über die Hartz IV-Reform kommen nur schleppend voran. Für ihre Zustimmung fordert die Opposition weitere Mindestlöhne und gleiche Bezahlung für Leiharbeitnehmer. Ein Kompromissangebot der Regierung lehnten die Partei empört ab. Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) plädiert nun dafür einzulenken.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat die Abschaffung der Beschränkungen von Leiharbeit als „den zentralen Fehler der Agenda 2010“ bezeichnet. Dieser müsse nun korrigiert werden. In den Verhandlungen über die Hartz IV-Reform wolle die SPD daher durchsetzen, dass Leiharbeitnehmer für die gleiche Arbeit das gleiche Geld bekommen sollen wie Stammbeschäftigte. Und zwar „ohne jede Ausnahme“.

Um die Hartz IV-Reform umzusetzen, braucht die Bundesregierung die Zustimmung des Bundesrates. Da Schwarz-Gelb in der Länderkammer keine Mehrheit mehr hat, ist sie auf Stimmen der Opposition angewiesen. Als Gegenleistung für ihre Unterstützung fordern die Oppositionsparteien Nachbesserungen an dem Gesetzespaket sowie weitere Mindestlöhne und gleiche Bezahlung von Leiharbeit.

 

Kompromissangebot provoziert die Opposition


Als Kompromiss schlug die Union daraufhin am vergangenen Freitag vor, Leiharbeitnehmer sollten den gleichen Lohn erhalten wie Stammbeschäftigte, aber erst nach 12 Monaten im selben Betrieb. Dieses Angebot habe man als „Provokation“ empfunden, sagte der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD).

Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) fordert die Bundesregierung nun zu weiteren Zugeständnissen auf. Nach Angaben der Saarbrücker Zeitung habe Müller erklärt, Leiharbeitnehmer könnten „nach einer Einarbeitungsphase wie Festangestellte bezahlt werden“.

Den Warnungen vor einer Equal-Pay-Regelung nahm nun ausgerechnet die Deutschland-Geschäftsführerin des internationalen Leiharbeitskonzerns Manpower, Vera Calasan, einigen Wind aus den Segeln: „Wenn die Politik diese Vorschrift erlassen sollte, würden sich alle Unternehmen darauf einstellen“, wird die Managerin in der Berliner Zeitung zitiert. Ihrer Ansicht nach sorge eine solche Regelung jedoch für „unsichere Beschäftigungsverhältnisse“.



ÜBERSICHT