IG Metall will mit Leiharbeitgebern über Tarifvertrag verhandeln

20.1.2012 | Neuer Rekord: Mehr Leiharbeitnehmer als je zuvor

IG Metall will mit Leiharbeitgebern verhandeln

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© jottkah / photocase.com

 

Mit 910.000 Beschäftigten hat die Leiharbeitsbanche 2011 einen neuen Höchststand erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl um 13 Prozent. Die IG Metall will nun mit Arbeitgebern der Leiharbeitsbranche über einen eigenen Tarifvertrag verhandeln, in dem Branchenzuschläge festgelegt werden sollen. Diese Entscheidung sei das Ergebnis einer Mitgliederbefragung unter Leiharbeitnehmern.

Die Leiharbeitsbranche setzt ihr rasantes Wachstum fort. Im Juni 2011 waren 910.000 Menschen als Leiharbeitnehmer beschäftigt, mehr als je zuvor.

Das geht aus gerade veröffentlichten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Beobachter vermuten, dass im Laufe des Jahres die Millionengrenze überschritten wird. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl um rund 103.000, was einem Zuwachs von 13 Prozent entspricht. Rund zwei Drittel der Leiharbeitnehmer in Deutschland sind den offiziellen Statistiken zufolge qualifizierte Fachkräfte.

Die IG Metall will in der laufenden Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie einer weiteren Ausbreitung von Leiharbeit vorbeugen und eine weitgehende Angleichung der Löhne erreichen.

 

Wetzel: Auch Leiharbeitnehmer müssen vom Erfolg der Branche profitieren

 


Dafür soll mit den Arbeitgebern der Leiharbeitsbranche ein eigener Tarifvertrag ausgehandelt werden, erklärte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, am Donnerstag. Das hätten die Leiharbeitnehmer unter den Mitgiedern der IG Metall in einer bundesweiten Befragung gefordert.

97 Prozent der befragten Leiharbeiter haben uns direkt zu Tarifverhandlungen mit den Arbeitgeberverbänden der Leiharbeit aufgefordert“, berichtet Wetzel. Für 98 Prozent der Befragten sei eine Übernahme in die Stammbelegschaft „sehr wichtig“ oder „wichtig“.

In dem Tarifvertrag sollen Branchen- und Einsatzzuschläge festgelegt werden. Leiharbeitnehmer hätten ihren Anteil zum Erfolg der Branche beigetragen. Daher sei es nur gerecht, wenn sie „genauso wie die Stammbeschäftigten“ davon profitieren, so Wetzel gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Dieser Einsatz der IG Metall für die Belange von Leiharbeitnehmern schlägt sich auch in den Mitgliederzahlen der Gewerkschaft nieder. Im vergangenen Jahr wuchs die Organisation um 6.000 auf nunmehr 2,46 Millionen Mitglieder. Besonders hoch war der Mitgliederzuwachs unter Leiharbeitnehmern. Ihre Zahl stieg in einem Jahr um über 70 Prozent von rund 21 000 auf 36 000.



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