Demonstration für Gleichbehandlung: Leiharbeiter sind keine Beschäftigten zweiter Klasse
Zeit- oder Leiharbeitskräfte sind keine Beschäftigten zweiter Klasse. Mit dieser Botschaft demonstrierten über hundert Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter, Betriebsräte und Gewerkschafter am 3. April vor der DGB-Zentrale in Berlin.
Dort fanden am Mittag die Tarifverhandlungen von sieben DGB-Gewerkschaften, darunter der IG Metall, mit dem Bundesverband Zeitarbeit (BZA) statt, die im Januar ergebnislos abgebrochen wurden.
Eine Delegation der Kundgebungsteilnehmer übergab der Verhandlungskommission Unterschriftenlisten die die Forderungen der Gewerkschaften nach Lohnerhöhungen und Reduzierung des Ost-Abschlages unterstützen.
Die DGB-Gewerkschaften forderten die Arbeitgeber auf, ein Angebot für höhere Einkommen vorzulegen. Es sei ‚‚unwürdig’’, dass jeder sechste Zeitarbeitnehmer zusätzlich Sozialleistungen vom Staat erhalten müsse, weil die Löhne so niedrig seien, sagte der Verhandlungsführer Reinhard Dombre in Berlin vor den Demonstranten. Die Gewerkschaften verlangen acht Prozent mehr Geld sowie eine Verringerung des Einkommensabschlages für Beschäftigte in Ostdeutschland von jetzt 13 auf zehn Prozent.
Für die Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland, in denen rund 650 000 Menschen angestellt sind, gelten derzeit drei unterschiedliche Tarifverträge.
Der DGB strebt gemeinsam mit dem BZA und dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) die Einführung eines Mindestlohns nach dem Entsendegesetz an. CDU und CSU sperren sich dagegen. DGB-Tarifexperte Dombre sagte, nach dem Tarifvertrag mit den so genannten christlichen Gewerkschaften könnten Unternehmen derzeit einen untersten Stundenlohn von lediglich 4,81 Euro zahlen.
Auch in der zweiten Verhandlung am 3. April in Berlin haben die Arbeitgeber kein ernsthaftes Angebot gemacht. “Damit ist das Scheitern vorprogrammiert”, so das Fazit von Juan-Carlos Rio Antas, der für die IG Metall an den Verhandlungen zwischen der DGB-Tarifgemeinschaft und dem BZA teilnimmt.
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