wie jeden Monat informiert Sie der Newsletter der Initiative “Gleiche Arbeit – Gleiches Geld” über Neuigkeiten zum Thema Leiharbeit.
Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank Weise, hat erklärt, Leiharbeit dürfe nicht mehr deutlich zunehmen. Sonst erfülle sie ihren ursprünglichen Zweck, Auftragsspitzen abzudecken, nicht mehr und werde zur Gefahr für reguläre Arbeitsplätze. Neuesten Zahlen der BA zufolge mussten 2010 trotz Aufschwung mehr Erwerbstätige Hartz IV beantragen als im Vorjahr.
Laut einer Umfrage des von Arbeitgeberverbänden Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) hat Leiharbeit den Unternehmen durch die Krise geholfen. Die Gewerkschaften kritisieren die Analyse als realitätsfern. Kurzarbeit und Arbeitszeitkonten hätten in der Krise Schlimmeres verhindert. Die schlechte Entlohnung von Leiharbeit sei ein Grund für die schwache Inlandsnachfrage.
Die Vorsitzenden der IG Metall, Berthold Huber und Detlef Wetzel haben sich in ihren Reden auf Kundgebungen zum Tag der Arbeit für eine stärkere Regulierung von Leiharbeit und eine gesetzliche Equal-Pay-Regelung ausgesprochen. Das sei auch im Sinne der Beschäftigten aus den EU-Beitrittsländern, die nun ohne Beschränkungen in Deutschland arbeiten dürften.
Eine Leiharbeitnehmerin hat vor dem Krefelder Arbeitsgericht Lohnnachzahlungen in Höhe von 13.200 Euro erstritten. Die Klägerin war nach Tarifen der CGZP bezahlt worden. Ihr Arbeitgeber hatte jedoch keinen Abschluss mit der mittlerweile für tarifunfähig erklärten Organisation abgeschlossen. Nach Ansicht des Gerichts hätte sie somit den gleichen Lohn bekommen müssen, wie ihre festangestellten Kollegen.
Oliver Burkhard (IG Metall), Annelie Buntenbach (DGB), Dr. Hajo Holst (Universität Jena), Prof. Franz J. Düwell (Richter am Bundesarbeitsgericht) und Prof. Dr. Gerhard Bosch (Universität Duisburg-Essen) antworten auf die Fragen von Bundestagsabgeordneten.
Nach einer kurzen Winterpause verzeichnet die Leiharbeitsbranche einen weiteren Beschäftigungszuwachs. Laut IW-Zeitarbeitsindex wurden im Februar 873.000 Beschäftigte gezählt. Nur von Gewerkschaften und Betriebsräten durchgesetzte Übernahmen und ein zunehmender Mangel an Bewerbungen bei Leiharbeitsfirmen verhinderten einen noch stärkeren Zuwachs der Branche.
Nach Ansicht der Bertelsmann Stiftung werden die Arbeitsbedingungen für Leiharbeitnehmer durch die Änderungen am Arbeitnehmerüberlassung kaum verbessert. Der Gesetzgeber habe eine Möglichkeit versäumt, den Übergang von Leiharbeit in reguläre Beschäftigung zu erleichtern. Dazu würde der Stiftung zufolge auch die Durchsetzung von Equal Pay beitragen.
Die Thüringische Landesregierung will die rasante Ausbreitung von Leiharbeit stoppen. Künftig sollen Unternehmen ab einer Leiharbeitsquote über 30 Prozent keine öffentlichen Subventionen mehr erhalten. Wirtschaftsminister Machnig (SPD) warnt vor erhöhtem Abwanderungsdruck durch eine weitere Zunahme unsicherer Arbeitsverhältnisse.
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Dieser Newsletter ist ein Service der IG Metall. Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes ist die IG Metall, Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, Wilhelm-Leuschner-Str. 79, 60329 Frankfurt am Main. Internet: www.igmetall.de. Verantwortlich für den Inhalt gemäß § 6 TDG und § 10 MDStV: Dieter Wesp.
Redaktion: Michael Faißt und wegewerk GmbH
Sind Sie als Leiharbeiter oder Leiharbeiterin tätig? Dann nehmen Sie an der Umfrage “flex4work” der Universität Greifswald teil! Mit dem Projekt sollen die psychologischen Auswirkungen von Leiharbeit erforscht werden.
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Um den Missbrauch in der Leiharbeit zu beenden, müssen die deutschen Leiharbeitsgesetze mit EU-Recht in Einklang gebracht werden. Fordern Sie die Politik auf zu handeln!
Mit der Kampagne „Arbeit: sicher und fair!“ macht die IG Metall die Lebens- und Arbeitsperspektiven junger Beschäftigter zum Topthema in Betrieb und Gesellschaft. Streitet gemeinsam mit uns für Zukunft und Perspektiven der jungen Generation.