Stammbelegschaft unter Druck

Stammbelegschaft unter Druck

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Die Leiharbeit hat ihre mittlerweile dritte Entwicklungsstufe erreicht. Während sie zuerst dazu diente, in geringem Umfang Personalausfälle auszugleichen, wurde sie später als „Flexibilitätspuffer“ für Auftragsschwankungen eingesetzt. Nun gehen Unternehmen jedoch verstärkt dazu über, Leiharbeit strategisch einzusetzen, „um die Rendite zu stabilisieren“, schreibt die Hans-Böckler-Stiftung unter Bezug auf eine Analyse von Hajo Holst.

 

Minimierung des Risikos durch Leiharbeit

Unter strategischer Nutzung versteht der Industriesoziologe zum einen, dass unternehmerisches Risiko minimiert und auf Beschäftigte abgewälzt wird. „Betriebe, die Leiharbeit einsetzen, reagierend damit nicht nur auf Auftragsspitzen. Sie wollen grundsätzlich so wenig feste Verpflichtungen eingehen wie möglich, um die Produktion schnell und kostengünstig verringern zu können.“

 

Leiharbeit als Ventil für Konkurrenzdruck

Zum anderen werden Leiharbeitskräfte Holst zufolge gezielt in direkte Konkurrenz mit ihren festangestellten Kollegen gestellt, indem sie für dieselben Tätigkeiten eingesetzt werden. Damit „führen sie der Stammbelegschaft ständig ihre Ersetzbarkeit vor Augen“. Aufgrund der Unsicherheit ihrer Beschäftigungsverhältnisse und dem Wunsch vom Entleihbetrieb übernommen zu werden, würden sich Leiharbeitskräfte übermäßig verausgaben und anpassen. So fungieren sie „quasi als Ventil, durch das der Konkurrenzdruck des Arbeitsmarktes in die Unternehmen geleitet wird“.

 

Zum Böcklerimpuls 5/2009



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