Leiharbeit ist aus meiner Sicht lediglich ein Instrument, wenn es zum Ausgleich von Spitzen dient.
Wenn es aber dazu missbraucht wird, Lohndumping und Druck auf die Stammbeschäftigten auszuüben, dann stellen wir uns als Betriebsräte bei ThyssenKrupp ganz entschieden dagegen.
Wer gleiche Arbeit leistet muss auch gleiches Geld bekommen. Deswegen unterstütze ich die Initiative Faire Leiharbeit der IG Metall ausdrücklich.
Ich sehe jeden Tag, dass gerade den Leiharbeiternehmerinnen und Leiharbeitnehmern besonders viel abverlangt wird was Flexibilität, Motivation und ein sich Anpassen auf ständig wechselnde Umgebungen angeht. Hinzu kommt der große Unsicherheitsfaktor hinsichtlich der Dauer des aktuellen Arbeitsverhältnisses. Leiharbeiter waren die ersten, die in der Krise gehen mussten. Beinahe geräuschlos wurden so auch bei ThyssenKrupp im Jahr der Krise fast 5.000 Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer entlassen.
Jetzt, nach der Krise, sind diese wieder stark gefragt und werden aufgestockt. Wenn wir hier als Betriebsräte nicht schnellstmöglich dafür sorgen, dass endlich „Gleiche Arbeit – Gleiches Geld“ gilt, dann laufen wir Gefahr, dass der Druck auf die Stammbelegschaften und deren Löhne und Gehälter zunehmend größer wird.
Leiharbeit muss das bleiben, was es ursprünglich einmal sein sollte: ein Instrument zur Abdeckung von Spitzen, bei gerechter Entlohnung und der Geltung von sozialen Sicherungsinstrumenten.
Leiharbeit darf nicht zum Abbau von Stammarbeitsplätzen missbraucht werden!