Es ist gut, dass sich in dieser Initiative der IG Metall viele Unterstützerinnen und Unterstützer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammenschließen und die Probleme der Leiharbeit klar benennen.
Leiharbeit sollte nicht - wie teilweise gefordert – grundsätzlich verboten werden. Vielmehr müssen wir sie so regeln, dass sie weiterhin ein geeignetes Instrument für Unternehmen ist, um auf Auftragsspitzen flexibel reagieren zu können. Gleichzeitig aber darf Leiharbeit, gerade weil sie so hohe Anforderungen an Flexibilität am Arbeitsplatz stellt, nicht einseitig zu Lasten der Beschäftigten gehen.
An erster Stelle steht die Forderung „Gleiche Arbeit – Gleiches Geld!“. Politik und Gewerkschaften müssen gegensteuern, wenn Unternehmen Leiharbeit nicht mehr zum kurzfristigen Ausgleich personeller Engpässe oder von Auftragsspitzen nutzen, sondern allein als Instrument zur Kostensenkung einsetzen. Oft geht es nur darum, durch geringe Löhne Profite auf Kosten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu maximieren beziehungsweise zu versuchen, Konkurrenten mit festen Belegschaften und guten Verträgen zu unterbieten. Leiharbeit hat nicht zu den erhofften positiven Übernahme-Effekten in die Stammbelegschaft geführt. Sie ist nicht zu einem Türöffner für Arbeitslose oder Berufseinsteiger geworden, sondern hat sich sogar negativ zu einer Drehtür entwickelt, indem Stammbelegschaften durch billigere Leiharbeitskräfte ersetzt wurden.
Flexibilität darf nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen!