Peter Bofinger

Prof. Dr. Peter Bofinger, „Wirtschaftsweiser“, Geschäftsführer des Volkswirtschaftlichen Instituts der Uni Würzburg

Wir brauchen robuste soziale Leitplanken

 

„Schon vor der Krise ist ein Großteil der Beschäftigten vom steigenden Wohlstand einfach abgekoppelt worden: Die Mittelklasse ist geschrumpft, die Armutsquote gestiegen, die soziale Absicherung schwächer geworden. Das darf nach der Krise nicht so weitergehen, sonst gerät der Staat in Misskredit.

Der Staat bezieht nämlich seine Legitimation daraus, dass er seinen Bürgern Wohlstand und soziale Sicherheit gewährleistet.

Wir sollten mehr Staat wagen, den Markt wieder unter die Aufsicht des Staates stellen. Unsere Lebensverhältnisse dürfen nicht in erster Linie vom Markt bestimmt werden. Notwendig sind robuste soziale Leitplanken. Ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn muss zumindest eine existenzsichernde Entlohnung garantieren. Wer das als unzulässigen Eingriff in den Markt verdammt, hat nicht begriffen, was Wettbewerb bedeutet: Erfolgreich sind produktive und innovative Unternehmen.

Wenn sich jedoch Unternehmen durchsetzen, weil sie die Löhne drücken, schaden sie der Volkswirtschaft langfristig.“



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