Günter Baaske

Günter Baaske, Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg

Gute Arbeit muss heißen: Gute Bezahlung

Günter Baaske, Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg
 

Ich freue mich, dass sich in dieser Initiative der IG Metall viele zusammengefunden haben – und es werden täglich mehr - und klar sagen: Leiharbeit muss gut bezahlt werden. In der heutigen Form, oft verbunden mit unsicherer Arbeit und geringer Bezahlung, ist sie nicht nur zum Schaden der (billig) Beschäftigten, sondern auch ein Schlag gegen alle Bemühungen, Fachkräfte zu halten und zu gewinnen. In vielen Branchen ist es kaum möglich, geeignetes Personal zu finden, wenn die Bezahlung nicht ausreichend ist. Wenn Standorte bundesweit um geeignete Fachkräfte konkurrieren, sind attraktive Arbeitsbedingungen eine wichtige Voraussetzung.

 

Insgesamt muss Leiharbeit in der betrieblichen Personalpolitik die Ausnahme sein. Menschen brauchen faire und langfristige Arbeitsverträge. Leiharbeit dient dazu, Auftragsspitzen abzufangen. Dafür ist sie auch politisch gewollt. Aber manche nutzen die gute arbeitsmarktpolitische Idee schlicht gnadenlos aus: Auf dem Rücken der Beschäftigten und zum Nachteil vieler anderer Unternehmen. Deshalb müssen wir verhindern, dass Stammbelegschaften durch im Durchschnitt 30 % schlechter bezahlte Leiharbeitskräfte ersetzt werden. In Brandenburg sind etwa 12.000 Leiharbeiterinnen und -arbeiter beschäftigt. Aber viele sind trotz Vollzeitarbeit auf staatliche Unterstützung angewiesen: Sie sind „Aufstocker“; bundesweit betrifft das jeden achten Beschäftigten in der Leiharbeit.

Die Lohnuntergrenze für die Leiharbeit nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, für die der Bundestag inzwischen die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen hat, ist deshalb immerhin ein Anfang. Ziel muss aber bleiben, dass für gleiche Arbeit auch gleicher Lohn gezahlt wird.

Allen muss klar sein: Nur sozial geregelt hat Leiharbeit eine Zukunft! Dafür treten wir gemeinsam ein.

 

 

 



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