Gerhard Bosch

Prof. Dr. Gerhard Bosch, Direktor des Instituts Arbeit und Qualifikation der Uni Duisburg-Essen

Staat subventioniert schlimmste Praktiken der Leiharbeit

Gerhard Bosch

Foto: Thomas Range

 

„In den meisten europäischen Ländern gilt ganz selbstverständlich der Grundsatz‚ gleiche Arbeit – gleiches Geld’. Deutschland ist da eine unrühmliche Ausnahme. Hierzulande verdienen Leiharbeiter nicht nur weniger als Stammbeschäftigte, viele verdienen nicht einmal genug, um davon leben zu können, sie müssen ihr Einkommen aufstocken, erhalten Hartz IV.

Der Staat und die Bundesagentur für Arbeit subventionieren also die schlimmsten Praktiken der Leiharbeit. Die Schwarzen Schafe unter den Zeitarbeitsfirmen werden mit Geld gefüttert; sie sollten stattdessen verpflichtet werden, ihre Leute ordentlich zu bezahlen.

Ein gesetzlicher Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro sollte die unterste Auffanglinie sein. Ziel ist ‚equal pay’ – gleiches Geld für gleiche Arbeit. Sonst entpuppt sich die Leiharbeit als Generalangriff auf die Tarifverträge:

Entwickelt sich eine Tarifkonkurrenz im Betrieb, wird der Grundsatz ‚ein Betrieb – ein Tarifvertrag’ ausgehebelt.“

 



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