Forderungen der IG Metall
Die IG Metall unterstreicht mit der gesellschaftspolitischen Initiative „Gleiche Arbeit – Gleiches Geld“ ihre Forderung nach gerechten Rahmenbedingungen für Leiharbeit. Der zunehmende Missbrauch sowie die steigenden Zahlen von Leiharbeit machen einen neuen rechtlichen Rahmen für faire Arbeitsbedingungen, Absicherung und „Equal Pay“ dringend notwendig. Zudem ist die deutsche Leiharbeitsgesetzgebung nicht europarechtskonform. Die Bundesregierung hat bis heute noch keine Vorschläge zur Anpassung an die Mindeststandards der 2008 von der EU verabschiedeten Leiharbeitsrichtlinie vorgelegt.
Die IG Metall fordert darum u.a., gleichen Lohn für gleiche Arbeit, die zeitliche Begrenzung von Leiharbeit sowie die Umsetzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes ohne Ausnahme. Die europäischen Regelungen sollen sofort und unverzüglich in nationales Recht umgesetzt werden.
Prominente Unterstützung
Die Schirmherrschaft der Initiative „Gleiche Arbeit – Gleiches Geld“ haben drei ehemalige Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung übernommen: Dr. Herbert Ehrenberg, Walter Riester und Dr. Norbert Blüm. Als prominente Identifikationsfiguren und „Wurzel der Sozialdemokratie“ geben sie der Initiative Gesicht und Stimme.
Dr. Herbert Ehrenberg betonte, Leiharbeit sei nicht „per se verdammenswert“. Die aktuelle Entwicklung und der Missbrauch von Leiharbeit vertieften aber „die Spaltung in unserer Gesellschaft“. „Das ist schon fast wie Sklaverei, was wir da haben“, so der ehemalige Arbeitsminister. Neben der Regulierung von Leiharbeit fordert er vor allem den gesetzlichen Mindestlohn, um Lohndumping langfristig entgegenzuwirken.
Dr. Norbert Blüm, heute ebenfalls in Berlin, thematisierte den Missbrauch von Leiharbeit. Arbeitnehmer würden immer mehr als „Ersatzteile“ behandelt. Aufgrund unsicherer, schlecht bezahlter Beschäftigungsverhältnisse hätten die Menschen immer mehr Angst um ihre berufliche und private Zukunft. „1,3 Millionen Menschen haben einen Job, von dem sie nicht leben können“, so Blüm. Sie benötigten darum zusätzliche Unterstützung durch Harz IV. Leiharbeit würde zur „Einladung zur Ausbeutung des Staates“, und gefährde so den Sozialstaat in seinen Grundsätzen.
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Kündigungsschutz und auch Mitbestimmung, "dies sind die Elemente, mit denen wir diese Republik aufgebaut haben. Das Wirtschaftswunder in der Bundesrepublik war kein Ergebnis von Lohndumping, sondern, im Gegenteil, von Qualität."
Schirmherr Walter Riester, der heute verhindert war, verdeutlichte seinen Standpunkt per Videobotschaft. Er betonte, die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes sei durchaus positiv, fordere aber eine dringende Regulierung seitens der Politik. „Erkannte Fehler müssen korrigiert werden“, sagte Riester. Er wolle die IG Metall darin unterstützen, rechtzeitig die notwendigen Grenzen zu ziehen.
Kernforderung der Initiative
Die politische Kernforderung der Initiative ist die sofortige Umsetzung der EU-Richtlinie Leiharbeit in nationales Recht. "Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz ist gescheitert und verstößt gegen europäisches Recht. Die EU-Richtlinie sieht stattdessen einen deutlich verbesserten Schutz für Leiharbeitnehmer vor." Leiharbeit muss in Deutschland von der Politik fair gestaltet werden. Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer dürfen von der Wirtschaft nicht ungleich behandelt werden. „Sondern so, wie jeder Mensch es verdient: Mit Würde und Respekt.“