© [Bundesagentur für Arbeit]
Die Rekordjagt der Leiharbeitsbranche scheint vorerst beendet. Seit dem Höchststand im August 2011 sind die Beschäftigungszahlen leicht gesunken. Vieles spricht dafür, dass sich damit kein allgemeiner Abschwung am Arbeitsmarkt ankündigt. Bei Leiharbeitsunternehmen sind nach wie vor viele Stellen offen. Zudem ist unklar, wie viele Leiharbeitsverhältnisse in Werkverträge umgewandelt wurden.
Seit ihrem Rekordstand Mitte 2011 ist Leiharbeit in Deutschland wieder etwas zurückgegangen. Wie aus einer aktuellen Veröffentlichung der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht, sank die Zahl der Leiharbeitnehmer zuletzt auf 871.700 im Dezember 2011. Rund ein halbes Jahr zuvor waren es noch über 900.000 gewesen.
Leiharbeit „reagiert frühzeitig auf Änderungen der konjunkturellen Rahmenbedingungen und ist daher ein Frühindikator für die Entwicklung am Arbeitsmarkt“, heißt es in der Studie.
Denn wenn Unternehmen neue Aufträge verzeichnen, heuern sie zunächst vornehmlich Leiharbeitnehmer an. Zeichnet sich eine Verschlechterung der Lage ab, sind sie wiederum die ersten, deren Stellen gestrichen werden.
Die aktuelle Entwicklung scheint jedoch keinen Abschwung am Arbeitsmarkt anzudeuten. Zum einen hält der Trend erst einige wenige Monate an. Im Dezember 2011 waren immerhin noch sechs Prozent mehr Leiharbeitsstellen gemeldet als im Vorjahresmonat.
Zum anderen ist der nach wie vor hohe Kräftebedarf der Branche bei leicht sinkender Beschäftigung nach Ansicht der Bundesagentur für Arbeit ein Zeichen dafür, „dass die entleihenden Betriebe vermehrt Zeitarbeiter in ihr Stammpersonal übernehmen oder die Leiharbeitnehmer eine andere Beschäftigung außerhalb der Zeitarbeit aufnehmen.“
Das ist nicht zuletzt auch auf die Arbeit von Gewerkschaften und Betriebsräten zurückzuführen, die sich in den Betrieben massiv für die Übernahme von Leiharbeitnehmern in die Stammbelegschaft einsetzen.
Noch ein Indiz dafür, dass der Bedarf an Arbeitskräften nach wie vor hoch ist: Im Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für den Monat Juni 2012 war die Leiharbeitsbranche die einzige, die überhaupt einen leichten Beschäftigungsrückgang meldete, alle anderen verzeichneten ein Stellenplus.
Unklar ist indes, in wie großem Umfang Unternehmen ihren Bedarf an Arbeitskräften über Werkverträge decken, wo vorher Leiharbeitnehmer eingesetzt wurden.
Indizien deuten auf eine starke Zunahme bei der Nutzung von Werkverträgen hin. Oft versuchen Unternehmen auf diese Weise, tarifliche und gesetzliche Bestimmungen zu umgehen.
Da Werkverträge nicht offiziell erfasst werden, tauchen sie in den Arbeitsmarktzahlen jedoch nicht auf. Die IG Metall fordert daher die Politik auf, eine Meldepflicht für Werkverträge einzuführen.
Wer derzeit bei einem Werkvertragsunternehmen angestellt ist, geht als regulär Beschäftigter in die amtlichen Statistiken ein.
Günter Baaske, Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg
"Gute Arbeit muss heißen: Gute Bezahlung ..."
Prof. Dr. Wolfgang Schroeder, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg
"Gute Arbeit muss heißen: Gute Bezahlung ..."
Prof. Dr. Gerhard Bosch, Direktor des Instituts Arbeit und Qualifikation Uni Duisburg-Essen:
"Der Staat und die Bundesagentur für Arbeit subventionieren also die schlimmsten Praktiken der Leiharbeit."...
Dr. Franz Segbers, Theologe und Professor für Sozialethik Uni Marburg:
"Jeder, der arbeitet, hat Anspruch auf gleiche Bezahlung, gleiche Rechte und gleiche soziale Sicherheit."...
Thomas Schlenz, Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor ThyssenKrupp AG:
"Wer gleiche Arbeit leistet muss auch gleiches Geld bekommen. Deswegen unterstütze ich die Initiative Faire Leiharbeit..."
Klaus Franz, ehem. Vorsitzender des Konzernbetriebsrats bei Opel:
"Als Betriebsrat bei Opel fordern wir eine Gleichbehandlung der Beschäftigten in Arbeitnehmerüberlassung..."
Matthias Machnig, Thüringer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Technologie:
"Gerade im Bereich der Leiharbeit besteht dringender gesetzlicher Handlungsbedarf ..."
Bettina Haller, Betriebsrat Siemens AG:
"Zeitarbeitsverträge sind kein Zukunftsmodell. Menschen sind keine Artikel, die einfach mal mit einem Leasingvertrag entsorgt werden..."
Dr. Albrecht Schröter, Oberbürgermeister Jena:
"Leiharbeiter dürfen nicht Beschäftigte zweiter Klasse sein. Deshalb muss die Politik Regeln setzen..."
Jürgen Dömel, ehem. KBR-Vorsitzender
der Carl Zeiss AG
"Die gleiche Arbeit muss auch gleich vergütet werden. Andere Länder, wie beispielsweise Frankreich, beweisen dass dies geht..."
Dr. Hartmut Seifert, Arbeitsmarktforscher:
"Langfristig schadet ein Arbeitsmarkt, der in atypisch und normal Beschäftige gespalten ist, auch den Stammbelegschaften..."
Paul Schobel, Industriepfarrer:
"Wer heute entlassen wird, kann morgen Leiharbeiter sein. Das sorgt für Berührungsängste..."
Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg:
"Es ist notwendig, Leiharbeit so fair zu gestalten, dass sie nicht als rechtlich sanktionierte Billigarbeit missbraucht werden kann..."
Dr. Norbert Vornehm, ehem. Oberbürgermeister der Otto-Dix-Stadt Gera:
"Ich unterstütze die Initiative "Gleiche Arbeit Gleiches Geld", weil das ein zwingendes Gebot von Gerechtigkeit ist..."
Prof. Dr. Peter Bofinger, Geschäftsführer des Volkswirtschaftlichen Instituts der Uni Würzburg:
"Unsere Lebensverhältnisse dürfen nicht in erster Linie vom Markt bestimmt werden. Notwendig sind robuste soziale Leitplanken..."
Jens Köhler, Betriebsratsvorsitzender BMW Werk Leipzig:
"Zeitarbeiter müssen Stammbeschäftigten gleich gestellt werden. Es ist erforderlich, die Leihdauer wieder zu befristen..."
Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach, Jesuitenpater, Wirtschafts- und Sozialethiker:
"Gerechtigkeit bedeutet, die Interessen der am wenigsten Begünstigten vorrangig zu berücksichtigen..."
Prof. Dr. Kerstin Jürgens, Soziologin:
"Ich unterstütze die Initiative der IG Metall, weil die Missachtung gleicher Arbeitsleistung eine Ungerechtigkeit darstellt..."
Manfred Schoch, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der BMW AG
"Es kann nicht angehen, dass in Betrieben Stammmitarbeiter entlassen und dafür Zeitarbeitskräfte eingesetzt werden..."
Renate Licht, Vorsitzende des DGB Thüringen:
"In meinen Augen ist es eine Frage des Respekts vor der Arbeit der Menschen, dass sie für ihre Arbeit einen Fairen Lohn erhalten..."
Peter Mosch, Gesamtbetriebsratsvorsitzender AUDI AG:
"Wir brauchen klare Regeln für Leiharbeit, damit unsere Kolleginnen und Kollegen nicht im Abseits stehen..."
Thomas Klippstein, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Jenoptik Optical Systems GmbH:
"Wer auf dem Boden des Grundgesetzes steht, wird sich gegen Diskriminierung wenden!..."
Udo Belz, Betriebsrat bei Alstom in Mannheim
"Gewerkschaft und Betriebsräte dürfen der Beschäftigung von Leiharbeitnehmer/innen nur in absoluten Ausnahmefällen zustimmen..."
Prof. Dr. G. Günter Voß, Technische Universität Chemnitz - Institut für Soziologie
"Nur mit fairer Bezahlung, fairen Arbeits- bedingungen und fairen Beschäftigungschancen können heutzutage Betriebe erfolgreich sein..."
Manfred Breuckmann, Journalist/Autor in Düsseldorf
"Ich unterstütze die Inititiative Gleiche Arbeit Gleiches Geld, weil ich für Gerechtigkeit bin..."
Prof. Dr. Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung, Ressortleiter Innenpolitik
"Das 19. Jahrhundert darf nicht bis ins 21. Jahrhundert andauern"
Maria Peschek, Kabarettistin
"Ich möchte nicht in einem Land leben, dass eine Zwei-Klassen-Gesellschaft hinnimmt!"
Waltraud Schäfer, stellvertretende Landrätin Kreis Siegen-Wittgenstein
"Es darf keine Beschäftigten 2. Klasse geben!"
Susanne Breit-Keßler, Regionalbischöfin München und Oberbayern
"Leiharbeit ist ihr Geld wert. Vorallem aber sind es die Menschen, die ihre Gaben und Fähigkeiten in Unternehmen einbringen ..."
Josef Deimer, Altoberbürgermeister der Stadt Landshut
"Es ist eine Schande für die Soziale Marktwirtschaft ..."
Dirk Grunert, Stadtrat Mannheim, BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
"Der unfaire Lohndruck auf Stammbelegschaften durch billige Leiharbeit muss so schnell wie möglich beendet werden."
Helen Heberer, Abgeordnete des Landtages Baden-Württemberg
"Es geht hier um gleiche Chancen und Fairness auf dem Arbeitsmarkt!!"
Wolfgang Raufelder, Gemeinderat Mannheim, BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
"Wir brauchen keinen Niedriglohnsektor in unseren Betrieben!"
Gerhard Fontagnier, Gemeinderat Mannheim, BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
"Arbeit leihweise anzubieten ist schon kaum zu ertragen ..."
Richard Huisinga, Hochschullehrer an der Universität Siegen
"Das Sozialgesetzbuch definiert die 'Teilhabe am gesellschaftlichen Leben' als Sozialnorm ..."
Christian Ude, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München
"Arbeitgeber dürfen schwächere Verhandlungspositionen niemals ausnutzen ..."
Hans-Jochen Vogel, Altoberbürgermeister der Stadt München, Bundesminister a. D, ehem. SPD-Vorsitzender
"Es handelt sich um eine Grundfrage der sozialen Gerechtigkeit"
Michael Lerchenberg, Intendant der Luisenburg-Festspiele Wunsiegel
"Leistung und Arbeit sollen sich wieder lohnen!"
Ralph Korschinsky, Geschäftsführer der KAB Bamberg
"Die KAB fordert einen Lohnaufschlag von 10% für Leiharbeit ..."
Hubertus Förster, Katholischer Stadtdekan von Nürnberg
"Gerechtigkeit ist die Grundlage jedes menschlichen Zusammenlebens und der Garant für sozialen Frieden ..."
Gabriele Warminski-Leitheußer, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg:
"Leiharbeit zu Dumping-Konditionen ist empörendes Unrecht."
Marianne Bade, SPD-Stadträtin Mannheim
"Gerechtigkeit ist mehr als nur ein Thema für Sonntagsreden. "
Dr. Gerhard Schick, MdB Bündnis 90/Die Grünen, Finanzpolitischer Sprecher
"Die derzeitige Form der Leiharbeit erhöht die Unsicherheit bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ..."
Martin Huhn, Industriepfarrer Evangelische Landeskirche Baden - Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA)
"Leiharbeitnehmer werden behandelt wie Arbeitnehmer zweiter Klasse ..."
Dr. Stefan Fulst-Blei, SPD-Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg:
"Die Zukunftsfähigkeit des „Modells Deutschland“ ist mit einem funktionierenden Tarifsystem, starken Gewerkschaften und stabiler Lohnentwicklung verbunden ..."
Hans Hartl, Landesbezirksvorsitzender Gewerkschaft NGG, Bayern
"Wir fordern den Gesetzgeber auf, die in den letzten Jahren ausufernde Leiharbeit auf maximal 3 Monate zu begrenzen ..."
Renate Schmidt, Bundesfamilienministern a.D.
"Viele Unternehmen 'missbrauchen' Leiharbeit als "Regel-Arbeitsverhältnis ..."
Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern
"Die Würde des Menschen ist die oberste Prämisse des Handelns ..."
Markus Pannermayr, Oberbürgermeister der Stadt Straubing
"Soziale Gerechtigkeit darf keine Idee bleiben, sondern muss gelebt werden!"
Günter Wallraff, Schriftsteller
"Leiharbeit: billige und willige, schneller zu heuernde und zu feuernde Lückenbüßer ..."
Jürgen Nimptsch, Oberbürgermeister
der Stadt Bonn
"Die aktuelle Praxis von Leiharbeit unterwandert Chancengleichheit und Mitbestimmung ..."
Prof. Dr.-Ing. Constantin Kinias, ehem. Rektor der Fachhochschule Kiel:
"Deutschland braucht innovative Köpfe ..."