Laut einer Umfrage des von den Arbeitgeberverbänden finanzierten Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) hat Leiharbeit den Unternehmen durch die Krise geholfen. Die Gewerkschaften kritisieren die Analyse als realitätsfern. Kurzarbeit und Arbeitszeitkonten hätten in der Krise Schlimmeres verhindert. Die schlechte Entlohnung von Leiharbeit sei ein Grund für die schwache Inlandsnachfrage.
Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hat Unternehmen zum Einsatz von Leiharbeit befragt. Da das Institut von den Arbeitgeberverbänden finanziert wird, ist das Ergebnis wenig überraschend: „Zeitarbeit in Deutschland“, so das Fazit der Umfrage, sei ein „Treiber für Flexibilität und Wachstum“. Leiharbeit habe den Unternehmen in der Krise geholfen, nicht benötigtes Personal schnell zu kündigen. Im Aufschwung habe die Leiharbeitsbranche rasch die benötigten Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt.
„Die Analyse des IW geht an der Realität vorbei“, kommentiert Claus Matecki, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), die Veröffentlichung. Anders als die Autoren es darstellen, beruhe der Aufschwung „nicht auf dem massenhaften Einsatz der Leiharbeit“. Vielmehr seien es die von den Sozialpartnern angewendeten „Kriseninstrumente wie tariflich vereinbarte Arbeitszeitkonten und Kurzarbeit“ gewesen, die eine schnelle wirtschaftliche Erholung ermöglicht hätten und „bei der die Stammbelegschaften zum Teil schmerzhafte Lohneinbußen hinnehmen mussten“. So wären erfahrene und „bewährte“ Arbeitskräfte gleich wieder einsatzbereit gewesen.
Ohne Equal Pay sind faire Arbeitgeber benachteiligt