Kretschmann: „Unser Ziel heißt Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“

31.05.2011 | Grün-rot will „gute“ Arbeit für Baden-Württemberg

Kretschmann: „Unser Ziel heißt: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“

IG Metall-Bezirksleiter in Baden-Württemberg Jörg Hofmann und Ministerpräsident Winfried Kretschmann
 

Die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg will sich für gleiche Bezahlung von Leiharbeitnehmern einsetzen und die weitere Ausbreitung prekärer Jobs verhindern. In Frankfurt kündigte die IG Metall am gleichen Tag an, sich künftig verstärkt tarifpolitisch für die Gleichstellung von Leiharbeitnehmern einzusetzen.

Nach dem Machtwechsel in Baden-Württemberg will die neue grün-rote Landesregierung beim Thema Leiharbeit einen Richtungswechsel vollziehen. Auf der Bezirkskonferenz der IG Metall, die am Dienstag in Böblingen stattfand, erklärte der neue Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Die Grünen), die „zunehmende Spaltung der Arbeitswelt in "gute" und "prekäre" Jobs“ sei „dem sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft nicht förderlich“.

Auch den Betrieben tue das nicht gut. „Deshalb müssen wir dieser Entwicklung Einhalt gebieten“, so Kretschmann. Seine Regierung werde alles dafür tun, dass aus möglichst vielen derzeit noch prekären Jobs feste und verlässliche Arbeitsverhältnisse würden. „Unser Ziel heißt "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit".

Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) forderte, Leiharbeit „muss wieder auf ihre Kernfunktionen zurückgeführt werden, Auftragsspitzen zeitweise abzufedern und eine Brücke in dauerhafte Beschäftigung zu bilden“. Für die Koalition stehe fest: „Es darf keine 2-Klassen-Belegschaften im Betrieb geben“.

 

Wetzel: Leiharbeit wird „Generalthema“ in Tarifverhandlungen


IG Metall Bezirksleiter Jörg Hofmann begrüßte die Ankündigungen der Regierungsvertreter. Er sehe Hoffnung auf einen "notwendigen Politikwechsel". Die Gewerkschaft werde jedoch auch die grün-rote Landesregierung selbstbewusst und kritisch begleiten. "Wir sind keine Regierungsgewerkschaft, so wie wir auch keine Gewerkschaftsregierung erwarten", stellt Hofmann klar.

In Frankfurt kündigte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, indes an, die geforderte Neuregelung von Leiharbeit notfalls auch tarifpolitisch durchzusetzen. In der Metall und Elektroindustrie stehen Anfang des kommenden Jahres Verhandlungen an.

Wenn hier nicht bald eine sinnhafte Lösung gefunden wird, dann werden wir dieses Thema Leiharbeit zu einem Generalthema in den Tarifrunden mit Gesamtmetall machen“, erklärte Wetzel am Dienstag in Frankfurt.

Es müsse endlich Schluss sein mit der Ungleichbehandlung von Leiharbeitern und Stammbelegschaft bei Lohn, Arbeitszeit und Urlaubstagen. Unter den derzeitigen Bedingungen sei Leiharbeit für die meisten Beschäftigten eine „Sackgasse“.



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