Trotz Ingenieurmangel setzen Unternehmen auf Leiharbeit
Dabei sehen 80 Prozent der befragten Personalmanager und –managerinnen den steigenden „Bedarf an Spezialwissen“ als die größte Herausforderung der Entwicklungsabteilungen. Nur unwesentlich weniger sagen zudem aus, Ingenieure seien „schwer zu finden“. Bei der Bewältigung dieser Herausforderungen ist der Einsatz von Leiharbeitskräften und anderen ‚Externen‘ jedoch alles andere als hilfreich: Dem Betrieb gehen qualifizierte Ingenieure verloren und mit ihnen das so wichtige Spezialwissen.
Das bestätigt auch ein als Leiharbeitnehmer beschäftigter Ingenieur gegenüber den VDI Nachrichten, der Mitgliederzeitung des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). „Ich mache das keine vier Jahre“, wird der junge Berufsanfänger zitiert, der seit einem Jahr wöchentlich quer durch das Bundesgebiet zu seinem Einsatzbetrieb pendelt. Obwohl er im Betriebsablauf eine wichtige Rolle spielt, werden ihm keine Aussichten auf eine Festanstellung gemacht. „Wenn ich gehe, hat das Unternehmen ein echtes Problem“, erklärt er.
Dauerhaft werden daher nur die Unternehmen erfolgreich sein, die in ihre Beschäftigten investieren. Wer Fachkräfte und Spezialwissen im Betrieb halten will, muss sichere Arbeitsverhältnisse und Möglichkeiten zur Weiterbildung bieten. Kurzfristige Strategien zur Kostensenkung sind langfristig zum Scheitern verurteilt.