IW-Studie: Mehr Leiharbeitnehmer als je zuvor

14.8.2010

IW-Studie: Mehr Leiharbeitnehmer als je zuvor

 

Nach dem enormen Beschäftigungseinbruch in der Krise verzeichnet die Leiharbeitsbranche seit dem Frühjahr dieses Jahres einen erneuten Boom. Nun meldet die Branche einen neuen Beschäftigungsrekord. Damit bestätigen sich die Befürchtungen der IG Metall, dass Unternehmen die in der Krise abgebaute Stammbelegschaft durch Leiharbeitskräfte ersetzen.

826.000 Beschäftigte waren im vergangenen Juli bei Leiharbeitsunternehmen angestellt. So viele wie nie zuvor. Das zeigt der neue Zeitarbeitsindex den das Institut für Wirtschaftsforschung (IW) regelmäßig für den Bundesverband Zeitarbeit (BZA) erstellt. Nach einem Rückgang der Zahlen um ein Drittel meldet die Branche bereits seit April wieder steigende Beschäftigungszahlen.

Der neue Beschäftigungsrekord macht gewiss, was Gewerkschaften seit langem befürchten: In der Krise verkleinerte Stammbelegschaften werden mit steigendem Personalbedarf kaum wieder aufgestockt. Stattdessen bauen Unternehmen immer größere Randbelegschaften aus Leiharbeitskräften auf, die sie im Fall ausbleibender Aufträge sofort wieder kündigen können. Damit machen sie nicht nur das Leben der betroffenen Beschäftigten, sondern die ganze Wirtschaft krisenanfällig.


Unternehmen erwarten Fortsetzung des Wachstums

Ein Ende des Aufwärtstrends ist nicht absehbar. „Über 90 Prozent der befragten BZA-Unternehmen wollen in den kommenden 6 Monaten weiteres Personal einstellen“, heißt es im Bericht des IW. Im Durchschnitt rechnen die Leiharbeitgeber mit einem zusätzlichen Personalbedarf von 9 bis 10 Prozent.

Von der Bundesregierung sind indes kaum Maßnahmen zu erwarten, die diesen Trend wirksam stoppen könnten. Vor den Tarifverhandlungen in der Stahlindustrie hat es die IG Metall daher zu ihrem „Kernanliegen“ erklärt, den Grundsatz „Gleiche Arbeit – Gleiches Geld“ vertraglich festzuschreiben. Damit würde Leiharbeit teurer und Stammbeschäftigung wieder attraktiver werden.

Zudem könnten Unternehmen schon bald gezwungen sein, ihren Arbeitskräften wieder mehr zu bieten. Denn schon jetzt wird ein Personalmangel beklagt. „In einigen Regionen sind die Arbeitsmärkte sogar schon leergefegt“, wird ein BZA-Sprecher in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zitiert. Wo die Nachfrage besonders groß sei, seien selbst Hilfsarbeitskräfte nur noch schwer zu finden.



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