IG Metall will gleiche Bezahlung per Tarifvertrag

31. August 2010

IG Metall will gleiche Bezahlung per Tarifvertrag

Oliver Burkhard

Oliver Burkhard: "Wir wollen ein starkes Signal setzen, das über Branchengrenzen hinaus wirkt"

 

Die IG Metall will den Grundsatz „Gleiche Arbeit – Gleiches Geld“ tarifvertraglich durchsetzen. In den anstehenden Verhandlungen für die Stahlindustrie sei dies ein „Kernanliegen“. Damit wäre der Grundsatz erstmals für alle Unternehmen einer Branche verbindlich. Im derzeitigen Aufschwung wird zusätzlicher Personalbedarf weiterhin überwiegend mit Leiharbeit gedeckt.

In der Stahlbranche stehen in Kürze Tarifverhandlungen an. Die IG Metall will die Gelegenheit nutzen, um den Grundsatz „Gleiche Arbeit – Gleiches Geld“ für Leiharbeitskräfte erstmals für eine ganze Branche vertraglich festzulegen. Das sei ein „Kernanliegen“ in den Verhandlungen, so der nordrhein-westfälische IG Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard gegenüber dem Handelsblatt. In der Stahlbranche habe man die nötige „Organisationsmacht, um das auch durchzusetzen“.

Gelingt das Vorhaben, wäre das ein Novum in der bundesdeutschen Tarifgeschichte. Mit der Festlegung des Grundsatzes „Gleiche Arbeit – Gleiches Geld“ würde ein Tarifvertrag in einer Branche erstmals nicht nur für die Stammbeschäftigten, sondern auch für Leiharbeitnehmer gelten. Und zwar in allen Unternehmen.


Auch SPD fordert gleiche Bezahlung

Wir wollen damit ein starkes Signal setzen, das durchaus auch über Branchengrenzen hinaus wirken soll“, erklärte Burkhard. In der Politik zeigt die Forderung der IG Metall bereits Wirkung. In einem Vorschlag der SPD-Spitze für neue arbeitsmarktpolitische Grundsätze heißt es: „Nach einer kurzen Einarbeitungszeit soll der Grundsatz, „gleiches Geld für gleiche Arbeit“ ohne Ausnahme gelten“. SPD-Chef Sigmar Gabriel will den entsprechenden Leitantrag auf dem Parteitag Ende September beschließen lassen.

Die schwarz-gelbe Bundesregierung lehnt eine solche Reform der Leiharbeitsgesetze weiterhin ab. Umso dringlicher ist das Vorhaben der IG Metall, den Gleichbehandlungsgrundsatz tariflich festzulegen. In der Stahlbranche würden einige Unternehmen bereits „den gesamten Aufschwung allein über billige Leiharbeit“ abdecken, so Burkhard. Derzeit kommt jedes dritte Stellenangebot auf dem gesamten Arbeitsmarkt von einem Leiharbeitsunternehmen. Die Branche hat ihr Beschäftigungsniveau der Vorkrisenzeit bereits wieder erreicht und rechnet mit weiterem Wachstum.



ÜBERSICHT