IAB stellt Nutzen von Leiharbeit in Frage

30. Juni 2010

IAB stellt Nutzen von Leiharbeit in Frage

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Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) stellt in einer Studie fest, dass Leiharbeit nur sehr wenigen Beschäftigten als „Brücke“ auf den Arbeitsmarkt dient. Sie sei „die bessere Alternative zur Arbeitslosigkeit“, so das Fazit. Nach dem Einbruch in der Krise haben die Beschäftigtenzahlen der Branche fast wieder ihren Höchststand erreicht.

Leiharbeit ist keine Brücke auf den Arbeitsmarkt, sondern nur „ein schmaler Steg“. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Nach dem Beschäftigungseinbruch in der Krise beschäftigte die Leiharbeitsbranche im Juni mehr als 750.000 Erwerbstätige. Damit ist der Höchststand von 800.000 Leiharbeitsverhältnissen aus dem Juli 2008 fast wieder erreicht. Laut IAB war die große Mehrheit in den zwei Jahren nach einem Leiharbeitsverhältnis entweder weiterhin als Leiharbeitskraft tätig oder arbeitslos. Von den zuvor Erwerbslosen schafften es nach einer Leiharbeitsbeschäftigung nur sieben Prozent in ein „Nicht-Leiharbeitsverhältnis“.


Leiharbeit lediglich die „bessere Alternative zur Arbeitslosigkeit“

Und selbst diese bescheidene Bilanz müssen die Wissenschaftler vom IAB noch relativieren: Der Anstieg der Leiharbeitsbeschäftigung während der Wachstumsphase vor dem Ausbruch der Krise 2008, sei „auch der konjunkturellen Entwicklung geschuldet“. Damit wirft das Institut indirekt die Frage auf, wie die Unternehmen ihren steigenden Personalbedarf ohne die Billig-Option Leiharbeit gedeckt hätten.

Der Studie zufolge erhöht Leiharbeit im Vergleich mit anderen Beschäftigungsarten nicht die Chancen, sich auf dem Arbeitsmarkt zu halten. Im Gegenteil. „Langzeitarbeitslose, die sofort einen Job außerhalb der Leiharbeit gefunden haben, sind auch noch eineinhalb Jahre danach signifikant häufiger außerhalb der Leiharbeit tätig“, stellt das IAB fest. So kommen die Wissenschaftler zu dem ernüchternden Fazit, Leiharbeit sei „die bessere Alternative zur Arbeitslosigkeit“.

„Ich frage mich, ob die Politik die Ergebnisse des eigenen Instituts nicht kennt oder sie bewusst ignoriert und weiterhin von der Brücke in reguläre Beschäftigung spricht“, so Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall. „Das IAB bestätigt: Leiharbeit ist keine Brücke in nachhaltige Beschäftigung. Allenfalls ein wackeliger schmaler Steg“.



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