Gesamtmetall befragt Unternehmen zu Leiharbeit

Gesamtmetall befragt Unternehmen zu Leiharbeit

 

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall wehrt sich weiter gegen schärfere Regeln für den Einsatz von Leiharbeit. Die flexiblen Arbeitskräfte würden zwar nicht zur Kostensenkung eingesetzt, ein Recht auf gleiche Bezahlung habe dennoch negative Auswirkungen. Eine vom Verband selbst durchgeführte Umfrage soll diese Behauptung untermauern, ergibt jedoch ein widersprüchliches und unvollständiges Bild.

In einer aktuellen Stellungnahme rechtfertigt der Arbeitgeberverband Gesamtmetall den derzeitigen Einsatz von Leiharbeit in der Metall- und Elektroindustrie. Den Unternehmen gehe es nicht darum, „das Kostenniveau zu drücken“, heißt es darin. Dennoch dürfe Leiharbeit nicht mehr kosten und könne erst recht nicht gleich bezahlt werden. Sonst müssten Unternehmen Aufträge ablehnen und abwandern. Leiharbeit werde gebraucht, „um den Pegelstand der Beschäftigung insgesamt anzuheben“.

Das geht in den Augen von Gesamtmetall aus den Ergebnissen einer Umfrage hervor, den der Verband in der Metall- und Elektrobranche durchgeführt hat. Fünfzehn Prozent der Unternehmen sagten demnach aus, Leiharbeit werde nicht zur Senkung von Kosten eingesetzt. Fast die Hälfte forderte jedoch gleichzeitig, der Lohnabstand zwischen Leih- und Stammbelegschaft müsse mehr als 10 Prozent betragen. Immerhin jeder vierte Befragte gab übrigens an, ein solcher Abstand sei überhaupt nicht notwendig.


Was Gesamtmetall lieber gar nicht wissen wollte

Auch seine Ablehnung gegen eine zeitliche Begrenzung von Leiharbeitseinsätzen hat Gesamtmetall in jüngster Vergangenheit oftmals deutlich gemacht. Die Ergebnisse der eigenen Umfrage zeigen aber, dass nicht einmal jedes vierte Unternehmen der Branche überhaupt von einer solchen Regelung betroffen wäre. Drei Viertel der Befragten gaben an, Leiharbeitnehmer ohnehin nicht länger als 12 Monate einzusetzen.

Wer Zeitarbeit zu stark einschnürt, raubt den Betrieben die Luft zu atmen“, warnt Gesamtmetall. „Produktion und Beschäftigung finden dann woanders statt“, so die unverhohlene Drohung. Die Ergebnisse der Umfrage sprechen eine andere Sprache: Auf die Frage, wie sie reagieren, wenn Leiharbeitnehmer von Beginn an gleich bezahlt werden müssten, antwortete knapp ein Drittel der Befragten, an ihrer Personalpolitik würde das nichts ändern. Fast die Hälfte wollte weniger und lediglich 22 Prozent gar keine Leiharbeit mehr einsetzen. Wie die Unternehmen ihren Personalbedarf stattdessen zu decken würden, erfragte Gesamtmetall nicht. Vermutlich wäre dabei rausgekommen, dass eine stärkere Reglementierung von Leiharbeit vor allem mehr Festeinstellungen zur Folge hätte.



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