FDP will mehr Gleichbehandlung von Leiharbeitnehmern

13. Juli 2010

FDP will mehr Gleichbehandlung von Leiharbeitnehmern

eyelab / photocase.com

Die FDP hat überraschend vorgeschlagen, das Recht von Leiharbeitnehmern auf gleiche Bezahlung zu stärken. Abweichungen vom Grundsatz der Gleichbehandlung sollen nur noch zeitlich begrenzt zulässig sein. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) begrüßte die Initiative der Liberalen. Auch die IG Metall lobte den Vorstoß und mahnte, den Worten müssten nun Taten folgen. Offenbar hat die Initiative "Gleiche Arbeit-Gleiches Geld" der IG Metall zum Sinneswandel der FDP beigetragen.

Die FDP-Bundestagsfraktion tritt für eine faire Entlohnung in der Zeitarbeit ein“, haben die Liberalen erklärt und überraschen mit einem Vorschlag für schärfere Leiharbeitsregeln. Eine gesonderte Bezahlung von Leiharbeitnehmern nach gesonderten Leiharbeits-Tarifverträgen sei von der Ausnahme zur Regel geworden, kritisierte der sozialpolitische Sprecher und stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Heinrich Kolb. „Die Gleichbehandlung mit der Stammbelegschaft ist dahinter nahezu vollständig zurückgetreten“. Abweichungen von den Tarifen der Stammbeschäftigungen sollten künftig nur „in der Einarbeitungszeit, und für eine befristete Zeit danach“ erlaubt sein. Wie lang diese Frist sein soll, geht aus der Stellungnahme der Liberalen nicht hervor.

Bisher hatte sich die FDP vehement gegen eine solche Reform ausgesprochen. Offenbar sorgt sich die Partei nun um den beschädigten Ruf der Leiharbeit. Eine „faire Entlohnung ist Voraussetzung für ihre gesellschaftliche Akzeptanz“ der Leiharbeit, begründet Kolb den Vorstoß seiner Partei.


Wetzel: Auf die Ankündigung müssen Taten folgen

Der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, begrüßte den Sinneswandel des kleinen Koalitionspartners: „Offenbar nimmt die FDP die Realitäten in der Leiharbeit zur Kenntnis und greift die guten Argumente für die Gleichbehandlung von Beschäftigten in Leiharbeit mit den Stammbelegschaften auf“. Die IG Metall erwarte nun von der FDP, „dass sie sich zügig für die Umsetzung der EU-Leiharbeitsrichtlinie in nationales Recht einsetzt“, erklärte Wetzel. „Wenn die Ankündigung nach Stärkung des Equal-Pay-Grundsatzes ernst gemeint ist, müssen nun Taten folgen“. Die IG Metall sei zu Gesprächen bereit.

Auch auf Seiten des Koalitionspartners wurde der Vorstoß der FDP mit Wohlwollen aufgenommen. „Der Vorschlag aus der FDP-Fraktion zielt in die richtige Richtung“, sagte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und kündigte an, die Vorschläge „in die aktuelle Arbeit an gesetzlichen Verbesserungen“ einzubeziehen.



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