Die FDP hat überraschend vorgeschlagen, das Recht von Leiharbeitnehmern auf gleiche Bezahlung zu stärken. Abweichungen vom Grundsatz der Gleichbehandlung sollen nur noch zeitlich begrenzt zulässig sein. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) begrüßte die Initiative der Liberalen. Auch die IG Metall lobte den Vorstoß und mahnte, den Worten müssten nun Taten folgen. Offenbar hat die Initiative "Gleiche Arbeit-Gleiches Geld" der IG Metall zum Sinneswandel der FDP beigetragen.
„Die FDP-Bundestagsfraktion tritt für eine faire Entlohnung in der Zeitarbeit ein“, haben die Liberalen erklärt und überraschen mit einem Vorschlag für schärfere Leiharbeitsregeln. Eine gesonderte Bezahlung von Leiharbeitnehmern nach gesonderten Leiharbeits-Tarifverträgen sei von der Ausnahme zur Regel geworden, kritisierte der sozialpolitische Sprecher und stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Heinrich Kolb. „Die Gleichbehandlung mit der Stammbelegschaft ist dahinter nahezu vollständig zurückgetreten“. Abweichungen von den Tarifen der Stammbeschäftigungen sollten künftig nur „in der Einarbeitungszeit, und für eine befristete Zeit danach“ erlaubt sein. Wie lang diese Frist sein soll, geht aus der Stellungnahme der Liberalen nicht hervor.
Bisher hatte sich die FDP vehement gegen eine solche Reform ausgesprochen. Offenbar sorgt sich die Partei nun um den beschädigten Ruf der Leiharbeit. Eine „faire Entlohnung ist Voraussetzung für ihre gesellschaftliche Akzeptanz“ der Leiharbeit, begründet Kolb den Vorstoß seiner Partei.