Arbeitgeber um den Ruf der Leiharbeit bemüht

15. Juli 2010

Arbeitgeber um den Ruf der Leiharbeit bemüht

Lautsprecher [eyelab: photocase.de]

© [eyelab: photocase.de]

 

Eine Studie der Universität Erlangen-Nürnberg beweist nach Ansicht des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), dass Leiharbeit nach wie vor überwiegend als Flexibilitätspuffer genutzt wird. Die Ergebnisse der Studie belegen jedoch vor allem: Gleiche Bezahlung und eine begrenzte Einsatzdauer von Leiharbeit würde keinem seriös wirtschaftenden Unternehmen schaden.

Skandale, Missbrauchsfälle und Berichte über eine steigende Zahl von Regelverstößen haben den Ruf der Leiharbeit in jüngster Zeit schwer beschädigt. Ihre Fürsprecher versuchen nun, die Branche wieder in ein besseres Licht zu rücken. Zu diesem Zweck zitiert der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) nun eine von der Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführte Studie.

Die Umfrage unter über 1.000 Unternehmen soll belegen, dass Leiharbeit nach wie vor überwiegend „klassisch“ genutzt wird, also zur Bewältigung von Auftragsspitzen, wie vom Gesetzgeber vorgesehen. Doch die Ergebnisse zeigen auch, dass die von der IG Metall geforderte und für Beschäftigte dringend notwendige Regulierung eben diesen Unternehmen keineswegs schaden würde.

Der Umfrage zufolge gibt 87 Prozent der befragten Unternehmen an, Leiharbeit zum „Abfangen von Auftragsspitzen“ zu nutzen. Die Möglichkeit, Arbeitsverhältnisse „schnell und unbürokratisch zu beenden“ nannten 77 Prozent der Unternehmen als Motivation für den Einsatz von Leiharbeit. Nur 11 Prozent will damit Kosten sparen.


Gute Gründe für Unternehmen auf Leiharbeit zu verzichten

Ein Recht auf gleiche Bezahlung und eine begrenzte Einsatzdauer, wie von der IG Metall gefordert, würde den „klassischen Nutzen“ von Leiharbeit als „Flexibilitätspuffer“ für Auftragsspitzen nicht schmälern. Nur die Unternehmen, die Leiharbeitskräfte lediglich engagieren, um sie nach Belieben heuern und feuern zu können, wären wieder gezwungen, reguläre und sichere Arbeitsplätze zu schaffen.

Die Studie verrät auch, warum ein Großteil der Unternehmen nach wie vor auf Leiharbeit verzichtet: 77 Prozent stellen lieber selbst ein, da sie „spezifisches Wissen“ benötigen, „das Leiharbeiter nicht mitbringen“. Ein Viertel aller Unternehmen gab an, Leiharbeit sei „aus moralischen Gründen“ abzulehnen. Ebenso viele nannten zu hohe Kosten als Argument. Immerhin noch jedes fünfte Unternehmen sah in Leiharbeit eine Gefahr für den Betriebsfrieden.

Trotz schwacher gesetzlicher Regulierung und der so viel gelobten Vorteile von Leiharbeit, gibt es also gute Gründe, auf ihren Einsatz zu verzichten und stattdessen sichere Arbeitsplätze zu schaffen.



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